An Shivaratri in Nepal stehst Du schneller im Trubel rund um den Pashupatinath Tempel, als Du Namaste sagen kannst. Überall sieht man heilige Rituale, viele Menschen, Sadhus und Feuer. Wir erzählen und zeigen dir was hinter all dem steckt.

Shivaratri in Nepal – die Nacht in der Kathmandu erwacht

Wenn der Duft von brennendem Ghee, Räucherstäbchen und einem gewissen „heiligen Kraut“ die Luft über dem Pashupatinath Tempel erfüllt, dann weißt du: Es ist Maha Shivaratri. Die Nacht, die ganz Nepal in ihren Bann zieht. Eine Nacht der Hingabe, der Rituale und der spirituellen Ekstase.

Wer ist eigentlich dieser Shiva und warum dreht Kathmandu durch?

Der Hinduismus kennt über 33 Millionen Götter. Ein paar davon sind eher Randfiguren, aber Shiva ist einer der Superstars! Ob als Zerstörer, Yogameister, Familienvater oder göttlicher Kiffer. Gott Shiva ist meist verehrt in Nepal und Shivaratri ist seine Nacht.

Ich habe das Fest inzwischen mehr als einmal erlebt und egal wie sehr man glaubt vorbereitet zu sein: Shivaratri überrascht dich jedes Mal wieder.

Warum Shivaratri gefeiert wird? Such Dir eine Version aus.

  • Einige sagen, es sei Shivas Geburtstag.
  • Andere glauben, an diesem Tag habe er Parvati geheiratet.
  • Wieder andere erzählen, dass Shiva an diesem Tag das Universum vor dem Untergang gerettet hat.

Egal welche Version zutrifft, für die Gläubigen zählt die Hingabe. Niemand diskutiert das ernsthaft aus und wahrscheinlich gehört von allem ein wenig dazu.

 

Pashupatinath an Shivaratri – Ausnahmezustand mit Ansage

Normalerweise verbindet man den Tempel mit den Verbrennungsstätten am heiligen Bagmati Fluss. An Shivaratri wirkt derselbe Ort plötzlich wie eine Mischung aus Pilgerstätte und Festivalgelände.

Stundenlang stehen Gläubige Frauen in roten Saris an, um ein paar Minuten in den Haupt Tempel, den ausschließlich Hindus betreten dürfen, zu kommen.

  • Tausende Pilger stehen Schlange, um Shiva ihre Ehrerbietung zu erweisen.
  • Frauen in leuchtend roten Saris beten für das Wohlergehen ihrer Familien.
  • Sadhus, die heiligen Männer, versammeln sich in bunten Gewändern, bemalt mit Asche, einige in tiefer Meditation, andere bereit, ihre Geschichten (und Gesichter) gegen eine kleine Spende mit der Kamera festzuhalten.

Die Sadhus mittendrin sind Heilige Männer, die wie echte Asketen leben. Ohne eigenen Besitz, meditieren sie jahrelang in Höhlen, den Bergen oder anderen heiligen Orten in Nepal und Indien. Andere Sadhus sind eher auf eine Instagram würdige Show aus und lassen sich gegen eine kleine Spende fotografieren. Für Nicht Hindus bleibt der Haupttempel zwar verschlossen, doch das Drumherum ist ein Spektakel, das seinesgleichen sucht. Hier vermischen sich Tiefe Spiritualität und das bunte Treiben eines Straßenfestes.

 

Und immer wieder Marihuana Rauch, der über die Tempelstätte zieht

Shiva wird oft als Herr des Bhang (Cannabis) dargestellt, und an Shivaratri ist es einzigartig allen Nepalesen erlaubt, Joints öffentlich zu konsumieren.

Ihr Rauch ist nicht bloß Rauch, sondern spirituelle Praxis: Sie glauben, dass sie Shiva auf diese Weise näherkommen. Für umgerechnet 20 Cent kannst Du sie mitten in der riesigen Menschenmenge, vor der Nase der Polizei kaufen.

Ein harter Tag für die nepalesischen Cops, denn ansonsten ist Kiffen streng verboten. Wer sich außerhalb von Shivaratri darauf einlässt, riskiert ein unfreiwilliges Abenteuer mit der Justiz.

Aber an Shivaratri wird vor den Augen der Polizei geraucht, diskutiert und philosophiert.
Hinduistische Sadhus dürfen immer kiffen. Schließlich war Shiva selbst ein leidenschaftlicher Konsument von „heiligem Rauch“. Also ziehen sie genüsslich an ihren Pfeifen, lassen sich in tranceartigen Diskussionen über das Universum verstricken und genießen ihren Status als Shivas besondere Jünger.

 

Die Nacht die Kathmandu spirituell verwandelt

Kathmandu verwandelt sich in eine gigantische Open Air Party: Überall kleine heilige Feuer, um die herum getanzt und gesungen wird. Pilger baden um Mitternacht im eiskalten Bagmati Fluss, denn das soll spirituelle Reinigung bringen. Und während die Stadt in eine Wolke aus Musik, Mantras und Cannabis gehüllt ist, halten Nepalesen Mahnwachen, um Shiva den Weg zur Erde zu ebnen.

Was solltest du also tun?

Reingehen, erleben, staunen! Ob du nun Hindu bist oder nicht: an Shivaratri bist du eingeladen, diese surreale, bunte, laute und verrückte Nacht aufzusaugen. Und wenn du die Kamera mitnimmst, sei gewarnt: Es gibt zu viele Motive, um alle festzuhalten!

Shivaratri ist nicht nur ein nepalesisches Festival – es ist ein Ausnahmezustand. Ein wilder Mix aus Spiritualität, Chaos und Rauchschwaden. Wenn du einmal dabei warst, wirst du Kathmandu nie wieder mit denselben Augen sehen.

Egal welcher Religion du angehörst, wenn du an diesem Tag durch Kathmandu gehst, wirst du verstehen, dass es mehr gibt als das, was wir sehen.

kiffender-sadhu-shivaratri-kathmandu

 

Shivaratri lässt sich gut in die Tage vor oder nach einer Trekkingtour einbauen.Es findet meist im Februar statt. Schreib uns einfach kurz vorher. Sollte es in die Reisezeit passen, planen wir es sinnvoll mit ein.