Wie ist die Lage in Nepal nach dem Erdbeben? Ist die Infrastruktur wieder hergestellt? Sind die Wanderwege wieder begehbar? Und außerdem, wir haben von den momentanen Schwierigkeiten seitens der Grenzblockade gehört, es gibt wenig Benzin und Gas, stimmt das? Kann man in solch einer Situation in Nepal Urlaub machen?

Dies sind die meisten Fragen welche wir von unseren Gästen gestellt bekommen. Natürlich ist nach dem Erdbeben nicht komplett alles wieder aufgebaut, auch wenn Touristen außer den Beschädigungen an den Kultur Stätten, so gut wie nichts davon mitbekommen. Aber verleugnen kann man nicht das noch einiges getan werden muß. Die Nepalesen sind auf den Tourismus angewiesen, mehr noch als je zuvor. Auch aus diesem Grund gibt es viele fleißige Hände die Stück für Stück alles wieder aufbauen. Erschwerend kommt leider die komplizierte Situation der Materialbeschaffung hinzu, die wegen der Blockade zur indischen Grenze, den Nepalesen es nicht gerade einfacher macht.

Die Menschen im Land meistern seit je her das Leben mit all seinen Schwierigkeiten wie wir uns das kaum vorstellen können und das mit einem Lächeln.

Angelika und Mathias aus Österreich waren letzten Oktober bei uns zu Gast, auch sie fragten natürlich vor ihrer Reise nach den Gegebenheiten nach dem Erdbeben. Sie ließen sich von ihrem Vorhaben nicht abbringen und hatten eine wunderschöne Tour im Annapurna Gebiet. Dabei „platzten“ sie auch mitten in die Energie Krise hinein. Wie sie die Dinge aus ihrer Sicht beurteilten können Sie hier lesen…..

Unsere Nepalreise startete am 1.10.2015 und dauerte einen ganzen Monat. Kernpunkt der Reise war die Annapurna-Runde. Da wir in kürzerer Zeit als ursprünglich geplant über den Thorong La kamen, hängten wir noch eine Wanderung zum Annapurna-Base Camp an. Die Programmänderung inklusive der Verschiebung des Anschlussprogrammes (Chitwan-Nationalpark) klappte perfekt. Bijay (per Smartphone vom Berg) und Ines (in Kathmandu) räumten alle logistischen Hindernisse aus dem Weg. Im Hinblick auf die Treibstoff- und Gaskrise eine tolle Leistung.

Im ersten Trekkingherbst nach dem Erdbeben waren deutlich weniger Trekker unterwegs als in normalen Jahren. Dies war für uns als Touristen zwar angenehm, stellt aber für die nepalesische Tourismuswirtschaft ein großes Problem dar. Für den Trekkingtourismus gibt es beim Annapurna-Trek überhaupt keine erdbebenbedingten Einschränkungen oder Hindernisse, gleiches gilt für die Transportwege nach Pokhara und Chitwan. Bei den Sehenswürdigkeiten in Kathmandu, Patan und Baktapur hat das Beben leider sichtbare Spuren hinterlassen, trotzdem sind diese Stätten immer noch einen Besuch wert.

Die Nepalreise mit den traumhaften Bergen und freundlichen Menschen sowie der perfekten Betreuung durch Ines und Bijay wird uns noch lange in schöner Erinnerung  bleiben. Es wird sicher nicht unsere letzte Nepalreise gewesen sein. Denn … wir kamen als Gäste und wurden Freunde.