Wann kann man trotz Corona endlich wieder nach Nepal reisen?

Wir bekommen viele Anfragen wie und ob es in der kommenden Herbst Saison trotz Corona möglich sein wird nach Nepal zu reisen? Wir müssen deutlich sagen: wir wissen es derzeitig nicht! 

Als Experte für Nepal Reisen klingt das nicht wirklich professionell. Das wissen wir, aber es ist die Wahrheit. Niemand kann aktuell voraussagen wie sich die Lage, die wieder leicht an Dynamik zugenommen hat, für dieses Jahr entwickeln wird.

Daher hier von uns ein Situationsbericht der immer wieder aktualisiert wird

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Update 02. September

Der seit 20. August erneut verhängte strenge Lockdown in Bhaktapur, Lalitpur (Patan) & Kathmandu ist heute auf den 9. September verlängert wurden. 

 Internationale Flüge werden, wie angekündigt, ab 1. September wieder frei gegeben. Allerdings nicht für Touristen! 

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Unsere Vernetzung in Nepal und der tägliche Kontakt zu Mitarbeitern und lokalen Partnern hilft uns Informationen aus erster Hand zu erhalten und ermöglichen uns darüber hinaus als Nepal Insider ein Bauchgefühl zu entwickeln.

Täglich durchleben Bijay und ich ein Wechselbad der Gefühle und sind immer wieder – je nach Nachricht die zu uns durchdringt, positiv oder negativ gestimmt.

Offizielle Quellen der nepalesischen Behörden sind spärlich. Die Regierung plante dem Tourismus zum Herbst wieder eine Chance zu geben und kündigte an ab 31. Juli alle Trekking Aktivitäten wieder zu erlauben.  Aber die Behörden scheinen sich in einem Dilemma zu befinden da die COVID 19 Fälle wieder zunehmen. Tagesaktuell könnt ihr hier die Infizierten Zahlen einsehen.

Ob geplante Reisen in Nepal wegen Corona diesen Herbst stattfinden, ist aus unserer Sicht bis jetzt eher nicht garantiert. Darüber hinaus besteht Seitens der deutschen Behörden noch immer eine Reisewarnung.

 

Ende des Lockdowns in Sicht?

Am 22. Juli ist die viermonatige Sperre, wie berichtet vor allem auf Drängen der Menschen dem mit Protesten Nachdruck verliehen wurde, ausgesetzt. 

Seit der Überganslosen Öffnung steigen allerdings die Infizierten Zahlen wieder an und es wird berichtet das die Krankenhäuser langsam an ihre Grenzen kommen. Die meisten Fälle sind aus dem Terrain und an der indischen Grenze zu verzeichnen.

Ab 1. August beschloss die Regierung deshalb größere Städte im Süden wie Biratnagar und Bhairawha, neben weiteren kleinen Orten zurück in den kompletten Lockdown zu schicken.

Auch im Kathmandu Tal häufen sich die Corona Infektionszahlen. Aktuell sind Stadtbezirke, welche am meisten betroffen sind, wie Ason, Teku und die New Road geschlossen.

Dazu gilt wieder die Regel das private Fahrzeuge ausschließlich an geraden Tagen mit geraden Nummernschildern und umgekehrt fahren dürfen. Schulen und andere Bildungseinrichtungen sind noch immer auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Einen Vorschlag der Bürgermeister des Kathmandu Tales das gesamte Tal an allen Zugängen zu sperren und ein völliges Verbot von öffentlichen Fahrzeugen auszusprechen, lehnte das Regierungs Kabinett ab.

 

Oder wird es einen erneuten Lockdown geben?

Letzten Montag (10. August) hat das Kabinett neue Richtlinien angeordnet. Regierungsbehörden, Banken und private Büros dürfen nur 50% ihrer Mitarbeiter in den Räumen zusammenarbeiten lassen. Die Immigration Behörde ist seit 10. August bis auf Widerruf komplett geschlossen.

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Die vielen kleinen Straßenstände die Obst, Gemüse, Kleidung und anderes verkaufen, sollen geschlossen bleiben. Schrott, Flaschen, Plastik und Papier Sammler wird es im gesamten Land verboten durch die Straßen zu ziehen und weiterhin zu sammeln. Alle nicht lebenswichtigen Läden müssen geschlossen bleiben.

Die Regierung erklärt das solche Aktivitäten zu den Hauptursachen gehören COVID 19 zu übertragen. Wie allerdings die Menschen die von dieser Arbeit leben jetzt überleben sollen, erklärt die Regierung nicht.

Größere Betriebe dürfen nur arbeiten, wenn sie Gesundheitsprotokolle befolgen und Quarantäne Einrichtungen vorweisen können.

Religion gehört zum Leben in Nepal, aber auch hier werden außer der täglichen kleinen Puja im Tempel, sollen alle anderen religiösen Aktivitäten eingeschränkt.

In Hotels und Restaurants ist es weiterhin nur möglich Speisen abzuholen oder einen Lieferdienst zu nutzen. Das allerdings können sich die wenigsten Nepali leisten.

 

Und wie ist die Realität auf den Straßen Nepals?

Aus Zeitungen und Fernsehen beziehen wir und auch unsere Freunde, Familie usw. vor Ort die meisten Informationen.

Die Nepalesen tauschen sich untereinancorona-nepal-markt-kathmandu-lockdownder aus. Und wie es so ist wird schon mal die eine oder andere Fake News verbreitet. Das liegt einzig an der Unsicherheit, vor allem weil kaum kompakte und verlässliche Informationen von der Regierung kommen.

Viele Leute sind unterwegs auf den Straßen und Plätzen. Alle Läden haben geöffnet. Selbst in New Road, Asan und Teku – wird weiter gemacht, auch wenn es wie hier auf unserem Bild weniger als sonst ist. Die meisten Menschen gehen zur Arbeit und versuchen einfach nur einen Teil Normalität in ihr Leben zu bringen.

Aber Unsicherheit und Verwirrung beherrscht das Geschehen. Niemand weiss was als nächstes plötzlich von der Regierung entschieden wird.

Im Augenblick, so scheint es, wird weniger hart von der Polizei durchgegriffen um die aufgestellten Regeln einzuhalten. Außer bei der Regelung der Autonummern – diese werden kontrolliert.

So richtig fühlt sich niemand informiert und keiner weiss was eigentlich los ist. Was erlaubt und was „verboten“ ist. Nur das die COVID 19 Infizierten mehr werden und das sorgt die Menschen natürlich. Ansonsten versuchen die Leute ihren Alltag weiter zu leben und sich nicht abschrecken zu lassen.

 

Wie ist die Corona Situation in Nepal – wann kann man wieder reisen?

Zunächst wurde angekündigt den internationalen und nationalen Flugverkehr zum 17. August wieder zu zulassen. Auch Fernbusreisen sollten ab diesem Datum wieder möglich sein. Seit gestern (11. August) steht jedoch fest, dass diese Entscheidung revidiert wurde und als nächstes Datum der 31. August gesetzt ist.

Es ist jedoch damit zu rechnen, dass diese Entscheidung wiederum revidiert wird. Aktuell gibt es vereinzelt Meinungen in den Medien, dass erst am 16. September geöffnet werden soll.

Corona Bedingungen – wie soll/könnte eine Einreise in Nepal aussehen 

Visa on Arrival soll es vorerst laut unseren Informationen nicht geben. Wie kurz vor dem Lockdown ist es nur möglich ein Visum bei einer nepalesischen Botschaft oder Konsulat zu beantragen.

Nepal Immigration hat auf ihrer Website dafür ein neues Formular für Visumanträge bereitgestellt.

Folgende Voraussetzungen und Bedingungen sind uns bekannt:

  • Ein negativ Corona PCR Test nicht älter als 72 Stunden
  • Bei Eineise wird erneut ein selbst finanzierter Test veranlasst
  • Bis zu 6 Tage Quarantäne in einem Hotel – wobei nicht bekannt ist ob man ausschließlich bestimmte Hotels nutzen kann. Ist das Testergebnis eher da, kann man vorausgesetzt es ist negativ, weiterreisen

Bei einem positiven Testergebnis muss mit einer weiteren Isolation und eventuellem Krankenhaus gerechnet werden. Das Nepal Tourism Board hat ein erstes Sicherheit Konzept für touristische Einrichtungen und Unternehmungen in englischer Sprache zur Verfügung gestellt

 

Hotels und touristische Einrichtungen – wie gehen sie mit der Situation um?

Hotel – und separate Restaurants waren die letzten Wochen beschränkt auf einen Mitnahme Dienst oder sie konnten in die Häuser liefern.

Seitens nepalesischer Behörden wurden Hotels angewiesen sich auf ankommende Gäste vorzubereiten, da geplant war ab 17. August wieder internationale Flüge zu zulassen. Was jetzt vorerst auf 1. September verschoben wurde.

Alle die in Nepal am Tourismus verdienen machen sich zunehmend immer mehr Sorgen wie sie weiterhin mit der Situation umgehen können. Es war ein Lichtblick als sie annehmen durften ihre Geschäfte wieder aufzunehmen. Die Hotels nahmen Buchungen entgegen und fingen an ihr Personal wieder zurück zu holen.

Jetzt steht man da und muss die Buchungen absagen. Was das für die Glaubwürdigkeit bei Kunden bedeutet müssen wir nicht betonen. Noch folgenschwerer ist, dass noch größere Ungewissheit herrscht wie es jetzt weiter gehen soll.

Airline Büros verkauften Inlands Tickets in der Annahme bald wieder abheben zu dürfen. Jetzt steht man da und muss überlegen den gebuchten Passagieren Geduld abzubitten oder Rückerstattungen zu bezahlen.

Es ist frustrierend. Keine klaren Entscheidungen oder überhaupt nur ansatzweise Zukunftsaussichten machen den Menschen extrem zu schaffen. Das es in Nepal keinerlei finanzielle Unterstützung gibt muss nicht betont werden. Tourismus ernährt in Nepal Millionen Menschen, die seit der Sperrung im März keine Verdienstmöglichkeiten mehr haben.

geschlossene-gescharfte-kathmandu-nepal-waehrend-der-corona-kriseWenn Ihr jetzt durch Thamel geht, wo sonst das touristische Leben sprudelte, fühlt ihr euch ein wenig wie in einer Geisterstadt

Massenweise Reisebüros, Ausrüstung – und Souvenir Geschäfte, Restaurants und kleinere Hotels haben aufgegeben. Bei günstiger finanzieller Lage wartet man zu Hause und versucht weiterhin die Situation auszusitzen in der Hoffnung nicht alles zu verlieren.

Die meisten können die Mieten aber schon lange nicht mehr zahlen und haben ihre Unternehmen aufgegeben. Jahre lange Arbeit zu Nichte gemacht in Null Komma nichts – ohne eigenes Verschulden!

Selbst Angebote einiger Vermieter die Miete um 50% zu kürzen fruchten nicht, da man nicht weiss, wann wieder Geld in die Kassen kommt.

 

Unser Bauchgefühl sagt uns

… das in der jetzigen Situation, so schwer uns das auch fallen mag zu äußern, kaum mehr auf eine Nepalreise in 2020 zu hoffen ist, auch wenn wir noch immer eine kleinen Funken Hoffnung haben. 

Uns dreht es den Magen um, wenn wir solche Hinweise an anfragende Gäste oder die welche schon vor Corona bei uns gebucht haben, geben „müssen“.  Wir möchten Reisen nach Nepal verkaufen und nicht voller Unsicherheit unseren Kunden gegenübertreten. Wir lieben unsere Agentur, die wir mühevoll mit viel Herzblut seit Jahren aufgebaut haben und mit der wir Hunderten von Nepal Reisenden das Land gezeigt haben.

Jahrelange harte Arbeit, Entbehrungen und knifflige Situationen, die wir immer wieder umschifft haben, werden jetzt zu Nichte gemacht oder rücken in weite Ferne.

Bijay und ich sehen es trotz dessen weiterhin positiv freuen uns auf Gäste im kommenden Jahr 2021. Sollte wider Erwarten es doch möglich gemacht werden diesen Herbst eine Trekkingtour oder andere Reisen zu unternehmen, werden wir natürlich parat stehen. 

 

Eins liegt uns noch am Herzen

Nachdem die Frühlingssaison komplett ausgefallen ist und die Herbstsaison sicher ähnliches erleiden wird sieht die finanzielle Lage für unsere Guides, Helfer und Träger nach wie vor sehr problematisch aus. Anders als bei uns in Deutschland gibt es keinerlei staatliche Hilfen. Weder für Unternehmen noch für deren Angestellte.

An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank für die vielen Spenden, die bei uns schon eingegangen sind und die wir schnellstens nach Nepal zu unseren Mitarbeitern weitergeleitet haben. Wer gern noch etwas tun möchte und unsere Crews unterstützen möchte, der meldet sich bitte bei uns.

Vielen Dank und lasst uns hoffen, dass wir uns bald in Nepal sehen oder kennenlernen. Wir freuen uns.

Namaste Bijay und Ines