Denkt Ihr aktuell trotz Corona an eine Nepalreise?


aktualisiert 24. Oktober

Wie wir erfahren haben, hat die Regierung beschlossen allen Touristen ab Mitte November die Einreise zu gestatten.

Anordnungen wie 7 tägige Quarantäne bei Einreise und eine extra Corona Versicherung sollen dann gekippt werden. Auch das einfach zu beantragende Visa on arrivel soll dann wieder möglich sein. 

Türkisch Airline und Qatar Airways fliegen sein Anfang Oktober wieder Kathmandu an. Nicht täglich oder mehrmals täglich wie vor Corona, aber doch mehrmals in der Woche. 

Trotz dessen ist die Lage sehr dynamisch. Steigende Corona Infizierten Zahlen, vor allem im Kathmandu Tal, können der Grund sein, dass die Regierung wieder umkippt. 

Das Problem das vereinzelt einige Orte verschiedenster Trekking Regionen ihre eigenen Gesetzte machen und ihre Dörfer schliessen besteht noch immer. Planbar ist in den bekannten Trekking Regionen aktuell kaum eine Tour. 


Wir kommen kaum hinterher die neusten Entwicklungen aus Nepal bekannt zu geben. Kaum fertig mit unserem Beitrag, gibt es die nächste Änderung.

Jetzt haben wir einiges an News und Fakten für Euch zusammen gestellt und nach unserer letzten Einschätzung haben wir eine erneute Beurteilung der Lage für Euch parat.  

Nepals Regierung hat den Kurs geändert

Die Regierung hat beschlossen das eine Nepalreise nun auch unter Corona Bedingungen möglich sein soll. Trotz steigender Infektionszahlen sollen Einreisen für Touristen ab dem 17. Oktober wieder erlaubt sein.

Gleichzeitig munkelt man jedoch, dass bei einem weiteren extremen Anstieg speziell im Kathmandu Tal, wieder ein Lockdown ausgerufen werden soll. 

So sind die Bedingungen zur Einreise Seitens der Regierung: (Siehe Aktualisierung oben)

  • Ab 17. Oktober sollen Einreisen nach Nepal explizit für Trekking Touristen wieder möglich sein
  • Ein negativer PCR Test, nicht älter als 72 Stunden, ist zwingend vorgeschrieben
  • Hotelbuchung für mindestens 7 Tage in Kathmandu nach Anreise (Quarantäne)
  • Visa – ausgestellt von einer nepalesischen Botschaft (keine Visa on arrivel bis jetzt) 
  • Eine Covid 19 bezogene Auslandskrankenversicherung inkl. einer Deckungssumme von 5000$
  • Zweiter PCR Test am 5. Tag der Hotel Quarantäne auf eigene Kosten

Reisende aus Ländern die keine Vertretung haben, müssen ihr Visa über ihre in Nepal gebuchte Agentur beantragen lassen. 

Jedoch gibt es Gegenwind im Land: 

Regelungen vereinzelter local Verwaltungen in Trekking Regionen

Wer eine Trekking Tour im Khumbu anstrebt, bei dem ist ein zweiter PCR Test nötig. Dieser ist in Lukla vorzuzeigen und darf nicht älter als 72 Stunden sein.

Achtung! Träger und Guides sind nicht ausgeschlossen vom Test. Einige Lodgebesitzer im oberen Khumbu haben ihre Lodgen nicht geöffnet. 

yeti-hotel-manang-corona-nepalreise

Manang, Ausgangsort der Touren zum Tilicho Lake, Nar Phu Tal und dem Passieren des Thorong La wird für Fremde geschlossen. Binod Gurung, Inhaber des Yeti Hotels, in dem auch wir unsere Gäste unterbringen teilte mit, dass ohne einen negativen PCR Test niemand Manang betreten darf. Auch keine Nepalesen.

  Trotz Test gibt es eine 14 -tägige Quarantäne in einem nahe gelegenen Ort. Diese interne Regelung soll vorerst bis März 2021 gelten.

Außerdem hat der District Mustang Beschränkungen angekündigt

Bestimmte Zeiten erfordern bestimmte Maßnahmen?

Es sind verrückte Zeiten. Entscheidungen werden täglich neu getroffen oder widerrufen. Nepal ist nicht das einzige Land in dem viele Meinungen aufeinander treffen. Das schlägt sich vor allem in der Reisebranche nieder. Corona hat diese weltweit total ins Aus katapultiert.

So gab die TAAN (Vereinigung der Trekking Agenturen) kund das die Regelungen der Regierung viel zu hart wäre. Voran die 7 tägige Quarantäne bei Einreise. Wer kommt nach Nepal um dort erst einmal im Hotel die Füße hoch zu legen?

Das Ministerium für Tourismus veröffentlichte darauf hin zu planen auf die Quarantäne zu verzichten und Visa on arrivel wieder möglich zu machen. Wie wir erfuhren überprüfen zuständige Stellen am internationalen Flughafen die Möglichkeit dort einen sofortigen Antigentest für COVID-19 durchzuführen, um die Quarantäne zu umgehen. (Amtlich ist aber noch nichts bis jetzt)

Zwei Fronten stehen sich gegenüber.

Die Tourismus Behörde und die Allianz der Reiseunternehmen neben allen anderen die vom Tourismus leben. Eine Vereinigung zum Neustart des Tourismus ist gegründet. Diese soll unterstützend und vermittelnd zwischen Beiden agieren. 

Aber das ist noch immer Deutschland und die Rückkehr, wenn es um eine Nepalreise geht. 

Am 1. Oktober hat das Auswärtige Amt die allgemeine Reisewarnung aufgehoben. Jetzt gelten länderspezifische Reise – und Sicherheitshinweise. Dabei heisst es aktuell: vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Nepal wird weiterhin gewarnt.

Nepalreise & Corona – unser Fazit aktuell 

Was eben wie geschäftlicher Selbstmord klingt, ist aber momentan kaum oder nur sehr schwer zu realisieren – eine Nepalreise. Das ist leider die bittere Wahrheit. 

Wir selbst möchten ebenfalls gern nach Hause. Bis jetzt ist es ein bitterer Lernprozess nicht zu „können“. Nicht weil wir Angst vor Corona haben. Sondern weil wir in Deutschland und in Nepal Verantwortung und familiäre Bindungen haben. Zumindest finanziell können wir in Deutschland eher die Verantwortung im anderen Land übernehmen. 

Warum wir Hoffnung haben das Reisen nach Nepal wieder möglich werden oder noch gefragt sind?

Emotionen gehen auf und ab. Je nach Nachrichten Lage mal positiv – mal deprimierend. Da sind Interesse nach Nepalreisen und Fragen von Interessierten wie Balsam auf unserer Seele.

Per Mail, Telefon, WhtsApp oder in unseren Accounts sozialer Medien. Die letzten Tage bekamen wir einiges zu tun. Vor allem gefragt: unsere Einschätzung über die Reisemöglichkeiten im Land. Jetzt – und für die Zukunft.

Es zeigt uns – eine Nepalreise trotz Corona ist ganz klar auf vielen Wunschlisten. Und das freut uns ungemein. 

Jedoch aktuell kann unter den geschilderten Voraussetzungen kaum ein Tourist ruhigen Gewissens eine Trekking Tour in Nepal unternehmen. Nepals Regierung hat die letzten Monate zu oft Entscheidungen gekippt.

Warum jetzt nicht wirklich?

Wir kennen viele Lodgebesitzer und Tourismus Arbeiter in den verschiedensten Regionen, mit denen wir viele Jahre zusammen arbeiten. Kein Mensch glaubt alles was in Zeitungen steht. So ist für uns das maßgeblich was wir von unseren eigenen Leuten vor Ort hören. 

Klar ist, dass in den Trekking Gebieten verschiedene Meinungen angesagt sind. Das bestätigt was Bijay während Telefonaten von seinen Freunden und Partnern in den Bergen erzählt bekommt. Soweit wir das momentan sagen können wird es sein, dass noch mehr Trekking Orte mitziehen werden.

Gerechterweise gesagt gibt es auch eine Gegenseite und nicht alle sind einer Meinung. Wie überall geht es um Finanzen. Wer genug hat macht zu und hat die Möglichkeit die Situation um Corona auszusitzen. Wer nichts hat braucht Gäste und ist auf Touristen angewiesen. Dabei nehmen wir Einheimische Touristen nicht aus.

Für uns leider eine ganz „normale“ Situation. Wer in gemachten Tüchern sitzt, ist logischerweise anderer Meinung, als jener der kämpfen muss für sein Leben.

Dhampus peak besteigung träger crew

Da ist der „Kampf“ in Kathmandu zwischen Behörden und Tourismus. Mit Verlaub gesagt: es interessiert an der Basis kaum jemanden. Die treffen ihre eignen Entscheidungen um sich zu schützen, wie unser Bericht schon sagt.

Seit knapp 2 Wochen war die Entscheidung am 17. Oktober Nepal für Tourismus zum öffnen gefallen. Bis jetzt gibt es noch immer keine klaren Richtlinien. Klingt ein klein wenig wie gewollt von der Regierung?

Und die Menschen in Nepal?

So wie wir das sehen, ist die Regierung in einer ganz unmöglichen Lage (mal ganz einfach und salopp ausgedrückt). Lohnfortzahlungen, Corona Hilfe, Kurzarbeit usw. sind alles Fremdwörter für die Menschen in Nepal.

Ein Volk von dem die meisten jetzt noch mehr Existenz Ängste haben als sie ohnehin schon ein Leben lang begleiten. Der Tourismus hat viele Menschen ernährt. Nicht nur jene die Ihr als Tourist seht und die Euch begleiten.

Da sind noch so viele andere ohne die es nicht geht. Denkt einfach mal an:

teppich-herstellung-per-hand-in-nepal

  • Den Tangka Maler, der je nach Größe bis zu mehreren Wochen für ein wunderschönes Bild benötigt
  • Die vielen verschiedenen  Souvenir Hersteller. Sei es die kleinen Ketten, Gebetsfahnen, Buddha Figuren, Klangschalen und vieles mehr.
  • Den Nacht Portier in den Hotels, den ihr selten begegnet, weil er ausschließlich nachts für Euch da ist
  • Die Putzkolonne, die jeden morgen in der Dunkelheit in Thamel den Dreck der letzten Nacht beseitigt
  • die Weberinnen und Teppich Knüpfer, die für die wunderschön bunten Teppiche Experten sind
  • den Chai Walla – der kleine Junge aus ärmsten Verhältnissen, der sich ein paar Rupien verdient und Tee in die Trekking Büros und Geschäfte bringt
  • Die Wäscherei Mitarbeiter, die sich um die Hotel Wäsche kümmern
  • lokale Träger, die Baumaterial, Lebensmittel und andere Waren in den Bergen transportieren

 

Viele mögen denken Tourismus ist die größte Einnahmequelle des Landes. Industrie und Export gibt es so gut wie nicht. Das stimmt nicht ganz so.

Nepals größte Einnahmequelle sind Hunderttausende Exil Arbeiter. Meist in den arabischen Ländern, Korea, Malaysia und Indien verdienen die Leute seit sehr vielen Jahren Geld und senden einiges zu ihren Familien in Nepal. Wir kennen kaum eine Familie die nicht wenigstens ein Familienmitglied hat was im Ausland arbeitet.

Sie alle mussten mehr oder weniger freiwillig zurück kommen. Es sind Milliarden an Rupien die jetzt im Land fehlen. Davon abgesehen das die Familien wieder, wie ursprünglich, kaum Geld zum leben haben. 

Steuereinnahmen wird es 2020 , jedenfalls vom Tourismus, kaum geben. 

Eine der „Ideen“ der Tourismus Behörde ist es, dass Nepalesen ihr Land besser kennen lernen sollen und damit die Reisebranche etwas zu entlasten. Ok – so denken viele Länder momentan. Aber wer bitte kann sich das in Nepal leisten? 

Zu guter letzt

Letztendlich müssen wir nicht alles gut finden.  Wir sind zunächst für unsere Gäste, die hoffentlich bald wieder guten Gewissens kommen können, da. Und selbstverständlich auch für unsere Mitarbeiter ohne die wir unsere Gäste nicht betreuen können.

Aber so wie jetzt die Situation ist, können wir keine Nepalreise garantieren. 

Wir halten Euch selbstverständlich auf dem Laufenden. Auf unserer Kontaktseite seht Ihr viele Möglichkeiten uns zu erreichen, wenn Ihr darüber hinaus weitere Fragen habt.

Wir legen Euch außerdem unsere Facebook – und Instagram Seite ans Herz. Dort werdet Ihr auch über Neues und Geschichten rund um Nepal informiert. Oder richtig tolle Bilder regen Eure Neugier fürs Land an.

In dem Sinne, lasst uns auf baldige sichere Reisezeiten hoffen.  

Namaste Bijay und Ines