Quarantäne und Corona sind aktuell noch immer der Aufreißer, wenn Du eine Reise nach Nepal planst. Vor allem die Quarantäne bei Einreise ist Top Thema bei jedem der nur irgendwie eine Rupie am Tourismus verdient. Weitreichend sind das 2 Millionen Menschen in Nepal.

Fakt ist:

Bei Ankunft in Nepal musst Du aktuell noch immer in Quarantäne gehen. Für komplett Geimpfte 7 Tage in einem Hotel oder 10 Tage Home Quarantäne

Fakt ist:

Die meisten Nepal Reisende werden sich dieser Maßnahme nicht unterziehen und suchen sich Trekking Abenteuer in anderen Ländern.

Aktuell

Gestern sollte das Nepal Tourism Board eine Pressekonferenz geben, die inhaltlich auf die Quarantäne ausgerichtet sein soll. Die ganze Branche wartet auf die erlösenden Worte und die Gerüchte Küche brodelt. Noch immer warten wir gespannt auf das Ergebnis. 

Vorgeschlagen und eingereicht bei zuständigen Ministerien, wurde nach Einreise einen erneuten PCR Test zu machen und wenn dieser negativ ist, kann es losgehen. Bedeutet min. ein bis zwei Nächte in Kathmandu. Das ist vertretbar.

Diese Worte müssen nur bald von der Regierung kommen und, was wichtiger ist, an behördlichen Stellen kommuniziert werden. Von Gerüchten lassen sich die wenigsten anlocken. Bis zum Abend war noch keine Entscheidung durchgedrungen. Wir informieren natürlich, sollte es so weit sein.

Quarantäne in Nepal und die Auswirkungen im Tourismus

Natürlich hören und wissen wir um die Stimmen: keiner kontrolliert die Quarantäne nach den aktuellen Bestimmungen und keiner hält sie ein. Expedition Gruppen landen und keine 3 Tage später sind sie auf dem Weg zu Everest, Manaslu & Co.

Stimmt oder stimmt nicht? Es steht uns nicht zu, uns öffentlich darüber zu äußern.

Als Agentur Inhaber steht man so ziemlich blöd da, wenn wir potenziellen Kunden verklickern müssen: wartet mal noch mit Eurer Nepal Reise, denn aktuell ist Quarantäne in Nepal nach Einreise. Aber die soll kippen. Toll das ist genau das was Kunden hören möchten.

Deshalb waren alle happy, als verschiedene Tourismus Akteure bei der Regierung vor zwei Tagen eine Petition einreichten, die Quarantäne anzupassen. Es ist ein Funke in letzter Minute, dem sicher nicht scharrenweisen Kunden ins Land folgen, aber doch ein Anfang offerieren.

nepal reise quarantaene thamel geschlossene laedenSo wie jetzt haben wir Thamel, den Touristenbezirk Kathmandus noch nie gesehen. Nicht einmal nach dem Erdbeben. 

Restaurants, Shops und Hotels haben seit Anfang der Woche zahlreicher geöffnet. Ehe wir ankamen, sagte man uns glich Thamel einer Geisterstadt. Jetzt sieht man verhältnismäßig viele Menschen. Meist Nepalesen und extrem wenig Touristen. 

Wir sprachen mit vielen Laden Besitzern. Warum sie aufmachen, obwohl die Quarantäne Bestimmung kaum Touristen ins Land bringe?

Weil es Saison ist und wir uns in irgendeiner Weise beschäftigen müssen. Weil ein Riesen Stück Normalität fehlt und uns zu Hause jegliche Perspektive abhanden kommt. Viele Restaurants sind geschlossen. Das Personal ist zurück auf die Dörfer, um dort auszusitzen.

Die Hotels, egal welcher Standard, fahren auf Sparflamme. Geöffnet sind die meisten, aber immer wieder werden Buchungen, die vor Monaten eingegangen sind, gecancelt.

Quarantäne – Keine Touristen – keine Perspektive

Was das alles mit den Menschen hier macht, sehen wir in deren Gesichtern. Und auch wir selbst fangen an noch mehr zu verstehen, selbst wenn wir gar nicht richtig mitreden können.

Wir sind immer mit viel Enthusiasmus nach Nepal gereist und haben uns auf die Saisonzeit gefreut. Es bedeutete viel Arbeit für uns, aber es war (ist) unser Leben und wir waren mit Herz dabei. 

Jetzt fragen wir uns morgens gegenseitig was wir den tagsüber unternehmen möchten, nachdem die wichtigsten Sachen, die es zu erledigen galt, fertig sind. Was machen wir heute? Haben wir uns früher nie gefragt.

Selbst bei uns schleicht sich nach einer Woche – ohne die Perspektive, dass die Quarantäne kippt und ein paar Gruppen doch noch kommen Frust und Perspektivlosigkeit ein.

Es muss bald irgendetwas passieren, selbst wenn es nur ein kleiner Lichtblick ist. Auch Hoffnung bringt etwas Lebensqualität zurück. Für jeden hier. Nepal braucht Touristen. Dabei geht es nicht einzig darum Geld zu verdienen, was selbstverständlich der wichtigste Aspekt ist. In der Not der letzten knapp 2 Jahre ohne Touristen sind viele Mitarbeiter aller Agenturen mit Spenden ehemaliger Gäste etwas unterstützt wurden.

Das ist superlieb. Trotz dessen wollen die Menschen eigenes Geld verdienen und damit die Familien ernähren. Das hat mit Stolz und Selbstwertgefühl zu tun.

Wie ist in Nepal die Corona Lage – Zahlen und Fakten

Vergangenen April und Mai schossen in Nepal die Corona Infizierten Zahlen in die Höhe. Vor allem die staatlichen Hospitäler konnten schwer mitkommen. Panikartige Käufe nach Sauerstofflaschen setzten ein. Jeder der die finanziellen Mittel dazu hatte, hatte eine Sauerstofflasche auf „Vorrat“ zu Hause stehen.

Die fehlten dem Befüllungs Kreislauf, denn Sauerstoff gab es ausreichend, so dass es eng in den Hospitälern wurde. Privat Krankenhäuser verlangten für Corona Patienten bis zu 250 Dollar je Tag. Da kommen normale Nepalesen nicht mit und so waren diese dann meist nicht ausgelastet. 

Glücklicherweise gingen die Zahlen seitdem kontinuierlich zurück. Auf der Seite der Kathmandu Post findet man die aktuellen COVID 19 Zahlen.

Wie kommt die Impfkampagne in Nepal voran? 

Die Impfungen nehmen aktuell wieder Fahrt auf. Alle Menschen ab 50 Jahren haben die Chance ein Impfangebot zu nutzen. Mitarbeiter im Gesundheitswesen und Tourismus sind weitgehend geimpft. Vor einigen Tagen meldete das Khumbu, dass dort alle Ansässigen einen kompletten Impfschutz haben.

  • eine Dosis haben aktuell knapp 11 Millionen Bürger
  • vollen Schutz 5 Millionen Bürger
  • gesamt gesehen sind das etwa 18% der Bevölgerung

Das mag nicht viel klingen bei etwa 33 Millionen Einwohnern, aber es geht voran. Bedenken solltet Ihr das Nepal mit einem Durchschnittsalter von ca. 25 Jahren weit unter dem der Deutschen mit 45 Jahren liegt.

covid19-aufklaerung-nepalesisches-dorfNicht nur Kathmandu und die Trekking Regionen bekommen Impfangebote.

Bijays Heimat Dorf in Khotang ist weit ab vom Nepal Tourismus. Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden besuchten alle Dörfer der Region und klärten die Menschen über COVID auf.

Im Gepäck ausreichend Masken und Impfstoff. In Watchipalla sind alle über 50 geimpft. Seit dem Ausbruch der Pandemie wurden 2 Bewohner angesteckt. Gestorben ist keiner.

Welche Vorsichtsmaßnehmen werden getroffen?

Das Masken tragen ist in Nepal verpflichtend, auch auf der Straße. Strafe bei Nichteinhaltung sind 100 bis 200 NPR (1-2 Euro). Die Nepalesen sind, was das Tragen von Masken in Kathmandu betrifft, recht diszipliniert. Wobei vor der Pandemie viele Menschen auf Grund des Staubes mit Maske unterwegs waren.

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Bei jedem Anruf werden Verhaltensregeln und Sicherheitsmaßnahmen von einem Band abgespielt, so lange bis der andere Teilnehmer sich meldet.

In Banken und einigen anderen öffentlichen Einrichtungen sind Plexiglasscheiben an den Countern angebracht. Verschiedene kleine Ladenbesitzer in den Wohnvierteln, haben Seile vor den Eingang angebracht, so dass keiner einfach reinstürmen kann wie früher.

An verschiedenen Brennpunkten der Staat, wie große Bushaltestellen oder auf den Märkten, sind junge Leute unterwegs. Klären auf (Foto) und geben kostenlos Masken weiter, an Personen die keine tragen. 

Wer schon einmal in Nepal war, vor allem in Kathmandu oder anderen Städten, der weiss das social distancing hier niemals Thema sein kann.

Zu viele Menschen leben auf engem Raum zusammen. Das beginnt bereits damit, dass mehrere Generationen in einer Wohnung leben und tagsüber unterwegs sind. Was den Öffentlichen Verkehr betrifft, hatte man den Versuch gestartet diese nicht zu voll werden zu lassen.

corona-virus-auf-den-strassen-kathmanduIn der Praxis, vor allen zu den Stoßzeiten sieht das anders aus. 

Religion gehört zu Nepal wie das Salz in der Suppe. Ohne Religion geht nichts hier. Trotz Corona feiern die Leute ihre religiösen Feste, wenn auch verhaltener.

Religion ist zunehmend das einzige was viele Nepalseen besitzen. Einer der wichtigsten und heiligsten Tempel in Nepal, der Pashupatinath, war monatelang geschlossen.

So hört Ihr, gerade in der untersten Gesellschaft Schicht oft die Worte: Inzidenzen und Corona bringt mich vielleicht um, aber das Leben was ich nicht mehr bezahlen kann viel eher. 

 

Ist der Tourismus in Nepal gerüstet?

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Dies Frage mit einem klaren Ja oder Nein zu beantworten kann keiner. 

Fakt ist, jeder weiß um was es geht und jeder hier versucht sein Bestes zu geben.

Bijay und ich waren vor einiger Zeit in Italien und Österreich. Zum Vergleich mit Nepal ist hier ganz klar der Focus auf eigene Sicherheit höher gesteckt und in den Köpfen der Menschen hier viel mehr verankert. „Verschuldet“  selbstverständlich der Tatsache das hier keine Unterstützung kommt und ärztliche Hilfe selbst bezahlt werden muss. 

Als kleines Beispiel- das Moonlight Hotel in Kathmandu/Pagnajol. Hier buchen wir erfolgreich seit vielen Jahren unsere Gäste ein. Vor einigen Tagen waren wir zu Besuch und konnten uns überzeugen über die getroffenen Maßnahmen. 

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  • alle Mitarbeiter haben einen kompletten Impfschutz
  • auf jedem Zimmer gibt es freie Desinfektionsmittel und Masken
  • die Rezeption ist mit Plexiglas ausgestattet
  • Am Eingang des Hotels stehen Desinfektionsmittel und ein Fiebermessgerät

Ein Mitarbeiter achtet beim Betreten des Moonlight Hotels darauf, dass die Gäste sich an die Regeln halten und ist behilflich. Mehr kann man aktuell nicht tun und wir sind überzeugt das unsere Gäste weiterhin dort einen sicheren Aufenthalt haben werden.

Wir sind gespannt wie es weiter geht. Wird es bald eine Entscheidung gegen die Quarantäne geben? Eine kleine Saison könnte es dann werden.