Ein Festival nur für Frauen – Wo gibt es das schon? Natürlich in Nepal.

Das Teej Festival in Nepal – sinngemäß das Fest der Frauen, wird von Hindu Frauen gefeiert. Drei Tage wird Nepal in ein flammendes rotes Lichtermeer versetzt. Die Frauenwelt Nepals wickelt sich in ihre schönsten roten Saris, legt zahlreiche rote Armreifen und ihren Hochzeits Schmuck an. Ihre Stirn ist verziert mit einem roten Tikka.

Schon Tage zuvor ist das Teej Fest in aller Munde. Und wie auch in anderen Nationen, werden zahlreiche Vorbereitungen getroffen. 

Die Bedeutung des nepalesischen Teej Festivals liegt darin, dass die Frauen für ihr Eheglück und das Wohlbefinden ihrer Ehepartner und Kinder bei dem in Nepal heiss verehrten Götterpaar Shiva und Parvati bitten.

Auch unverheiratete Frauen und junge Mädels stehen nicht außen vor. Sie bekommen die Gelegenheit zu Teej sich bei den Göttern für einen zukünftigen perfekten Ehemann ein zusetzen. 

 

frauenfest-teej-in-nepal

Vorbereitungen zum Teej Festival. Früchte und andere Lebensmittel werden auf dem Markt gekauft

Das Teej Festival in Nepal startet mit viel Musik und Tanz

Wie überall auf der Welt kleiden sich die Vertreterinnen des schönen Geschlechtes auch in Nepal gern festlich und richten sich besonders schick an großen Feiertagen her. Die schönsten Saris, oft extra für Teej gekauft, oder die wunderschön reich verzierten Hochzeit Saris werden heraus geholt.

Die Frauen Gemeinschaft versammelt sich an zentralen Plätzen, in Tempeln oder innerhalb eines Wohnviertels, um bei Tanz und Musik die Zeit gemeinsam zu genießen. Überall im Land sind Frauen zu beobachten, die fröhlich lachend mit ihren wehenden Saris „ihren“ Tag begehen.

Selbst nicht life dabei, ist es unnötig im eigenen Heim der Musikanlage Klänge zu entlocken. Aus allen Ecken schallt laute Musik mit traditionellen rhythmischen Liedern, die extra für das Teej Festival komponiert wurden. 

Bis weit in die Nacht wird das Leben in aller Fröhlichkeit ausgekostet und getanzt was das Zeug hält. Doch nur bis Mitternacht ist Gelegenheit reichlich zu essen und trinken, denn es gilt Kraft und Energie für den kommenden Tag zu tanken. Schließlich ist dann Fasten angesagt.

 

tanzende-frauen-teej-festival-nepal

Fröhliches Tanzen in unserem Wohnviertel

Ein Tag im Zeichen des Fastens und der Verehrung

Der heilige Pashupatinath Tempel rückt heute in das Zentrum des Geschehens. Im Umkreis der riesigen Tempelanlage am Bagmati Fluss gibt es kein normales Durchkommen. Seit den frühsten Morgenstunden stehen die Frauen zu Hunderten in einer Reihe und warten geduldig bis sie das Heiligtum erreicht haben.  

Kleine Opferschalen gefüllt mit Blumenblüten, Süssigkeiten und kleinen Münzen in den Händen, warten sie darauf ihre Gaben an das Götterpaar zu opfern und bei dieser Gelegenheit für ein angenehmes Leben ihrer Ehemänner zu bitten. Sollten Sie jetzt denken dabei geht es recht ernst zu, dann muss ich enttäuschen. Es wird viel gelacht und untereinander gewitzelt. Sicher auch ab und an auf Kosten eines der heute Verehrten. 😉

Ein wichtiger Tag, der ganz im Zeichen des großen Fastens steht. Seit Mitternacht wurde keine Nahrung mehr zu sich genommen, was sich den kompletten Tag fortsetzt. Oft wird auch während der gesamten Zeit nichts getrunken. Der Legende nach sollen die Angetrauten nicht abgelenkt werden, wenn sie sich mit Gebeten und Pujas für das Glück der Ehemänner und Kinder widmen. 

Das Tageswerk ist getan und es bleibt zu hoffen, dass die Götter erhört wurden. So kann anschliessend wieder das Tanzbein geschwungen werden. Es wird eine lange Nacht, die Mitternacht ihr Ende findet und endlich wieder gegessen werden kann. Hin und wieder schaut ein männliches Mitglied der Familie neugierig vorbei, doch meist lässt man die Frauen unter sich.

happy-teej-in-nepal

Warten auf Einlass in den Pashupatinath Tempel. Doch hat sich versucht ein Vertreter des männlichen Geschlechtes ein zu schmuggeln 😉

 

Letzter Festivaltag und rituelle Reinigungen

Zum Ende des Teej Festival geben die Frauen noch einmal alles. Noch in der Dämmerung brechen sie auf, um am Fluss zu baden und sich rituell zu reinigen. Damit soll sich aller Sünden des vergangenen Jahres entledigt werden. Im schimmernden Licht einer Divo (Öl Lampe) wird Göttin Parvati noch einmal gebeten für den eigenen Ehemann und die Kinder alles erdenkliche zu tun. Erst nach dieser letzten Puja wird an diesem Tag wieder Nahrung zu sich genommen.