Was sollen wir sagen, was sollen wir schreiben? Uns geht es nicht anders als vielen Menschen weltweit. Wir sitzen hier in Kathmandu und wissen es ehrlich gesagt selbst nicht so genau. Wir wollten Euch berichten, was es Neues gibt, von unseren Vorbereitungen erzählen und unserer Freude auf die neue Saison und Gäste.
Aber all das fühlt sich gerade weit weg an. Rings um uns ist viel Traurigkeit.
Wir haben einen Freund verloren. Er wird seit dem Tag der Sturzflut an der tibetischen Grenze vermisst. Wir waren bei seiner Familie in seinem Haus bei seiner buddhistischen Puja. Das Schwerste daran ist vielleicht, dass es nichts zu beerdigen gibt. Nichts, was man verbrennen und dem man einen Ort geben kann.
Am Pashupatinath in Kathmandu verbrennen die Angehörigen der Opfer kleine Puppen aus Kush Gras als ein symbolisch hinduistisches Ritual für Menschen, deren Körper nie gefunden wurden.

Was ist in Nepal passiert?
Am 26. August 2026 wurde Nepal von einer verheerenden Flut getroffen. Eine Eislawine staute den Lehde Fluss auf und als der Damm brach, raste das Wasser in einer unglaublichen Geschwindigkeit und voller Wucht durch die Flüsse Bhote Koshi und Trishuli. Wasser, Geröll und Schlamm haben Strassen, Brücken, Häuser und wichtige Infrastruktur zerstört. Der gesamte Grenzübergang zu China ist einfach weggespült.
Über 1300 verloren Ihr Leben (Stand 8. September 2026) und Tausende werden noch vermisst. Die Suche und Rettungsarbeiten gehen weiter, teilweise unter schwersten Bedingungen in zerstörten Tunneln und Wasserkraftwerken.
Am 7. September wurde in Nepal ein nationaler Trauertag ausgerufen und im gesamten Land fanden Mahnwachen statt und es wurden Kerzen angezündet.
Langsam beginnt aber auch die schwierige Aufgabe der Wiederaufbauphase.
Nepal rückt zusammen
Was wir hier gerade erleben, erinnert uns an das schwere Erdbeben 2015. Wir erleben wieder einmal, wie das Land zusammenrückt. Die Menschen sind füreinander da, egal aus welcher Gesellschaftsschicht oder welcher Religion. Überall im Land entstehen kleine Hilfsaktionen.
Viele kleine Hilfsorganisationen aus Nepal und der ganzen Welt unterstützen das Land. Wir wurden von vielen Freunden und ehemaligen Gäste angesprochen, wie und wo man helfen kann. Dafür möchten wir von Herzen Danke sagen. Wir versuchen Eure Hilfe direkt an Menschen weiterzugeben, die wir persönlich kennen und von denen wir wissen, dass sie unmittelbar betroffen sind.
Ist ganz Nepal von der Sturzflut betroffen?
Nein, ist es nicht. Die Katastrophe hat ein klar abgetrenntes Gebiet getroffen, entlang des Bhote Koshi und Trishuli im Norden Nepals.
Kathmandu, Pokhara, Chitwan, Lumbini und viele andere touristischen Ziele sind weiterhin erreichbar.
Hier ein Überblick über die aktuelle Situation in den wichtigen Trekkingregionen:
| Region | Status | Hinweis |
|---|---|---|
| Everest Region | ✅ Offen | Die komplette Everest Region ist nicht betroffen |
| Annapurna Region | ✅ Offen | Überhaupt keine Beeinträchtigungen |
| Mustang Trek | ✅ Offen | Das gleiche wie in der Annapurna Region. Nicht betroffen |
| Langtang Trek | ⚠️ Eingeschränkt | Die Wanderwege sind intakt, aber die Zufahrtsstrasse nach Syabru Besi ist zerstört. Zufahrt ab Dhunche möglich |
| Gosaikunda | ⚠️ Eingeschränkt | Zugang über Syabru Besi nicht möglich. Alternative: Start ab Sundarijal oder Chisapani |
| Tamang Heritage Trail | ❌ Nicht möglich | Zugang direkt betroffen. Dieses Jahr sicher keine Option mer. |
| Kailash Mansarovar | ❌ Geschlossen | Grenzübergang Rasuwagadhi zerstört |
| Helambu | ✅ Offen | Zugang von Kathmandu aus Nicht betroffen |
| Manaslu Circuit | ⚠️ Eingeschränkt (temporär) | Brücken beschädigt, Reparaturen laufen. Empfehlung: einige Tage abwarten |
Ein paar Worte zur Situation am Manaslu: nach einer Überschwemmung bei Namrung wurden Brücken beschädigt. Das ist eine temporäre Situation und die Reparaturen laufen schon. Wir raten allen noch ein paar Tage zu warten.
Zum Gosaikunda Trek: die Strasse nach Syabru Besi ist nicht befahrbar, die Route über Dhunche hingegen ist möglich. Wer nach Gosaikunda möchte, kann alternativ von Sundarijal über Chisapani starten. Eine schöne Tour durch das Helambu, was die zerstörten Gebiete komplett umgeht.
Der Tamang Heritage Trail ist leider dieses Jahr 2026 keine Option mehr, da er komplett abgeschnitten ist.
Kann man jetzt noch nach Nepal reisen?
Ja, kann man, aber wir möchten ehrlich sein. Nepal trauert und gleichzeitig muss das Leben weitergehen. Es fühlt sich für uns derzeit etwas ungewohnt an, aber für unzählige Menschen deren Einkommen vom Tourismus abhängig ist, muss es weitergehen.
Ein Hotel Angestellter, eine Trekking Crew, Fahrer, Köche, kleine Läden und ganze Familien warten auf die Herbst Saison. Schon jetzt gibt es Stornierungen in jedem Sektor, auch für Regionen, die von der Flut nicht betroffen sind.
Bijay und ich denken und hoffen das Beides möglich ist. Mitgefühl für die Menschen, die alles verloren haben und Unterstützung für die Menschen deren Leben weitergehen muss.
Wir möchten niemanden überreden. Und wir möchten keine schönen Urlaubsfotos über die Bilder dieser Tage legen. Aber wir möchten Euch bitten genauer hinzuschauen.
Eine verantwortungsvolle Reise nach Nepal bedeutet: Ihr bezahlt ein Hotel, nehmt einen lokalen Fahrer, engagiert einen Guide und Träger, esst in einem Restaurant, kauft in einem kleinen Laden ein Souvenir. Das Geld bleibt im Land.
Was könnt Ihr jetzt tun?
Informiert Euch z.B. bei Nepal now, schaut genau hin und fragt nach.
Wenn Ihr eine Reise geplant habt, prüft Eure konkrete Route. Vielleicht muss eine Tour angepasst oder ein kompletter Trek ersetzt werden. Wir sind vor Ort, wir schauen hin und geben Euch ehrlich weiter, was wir wissen.
Wer helfen möchte, kann das über den offiziellen Hilfsfond der Regierung. Wer lieber eine kleine Nepal verbundene Hilfsorganisation unterstützen möchte, kann sich gern bei uns melden. Wir kennen einige Organisationen, die wir selbst kennen und denen wir vertrauen.
Deshalb vergesst Nepal nicht, auch dann nicht, wenn die Kameras weitergezogen sind.
Namaste und von ganzen Herzen Danke
Bijay und Ines

Was viele gerade fragen:
Ja. Die Flutkatastrophe hat ein klar abgegrenztes Gebiet im Norden Nepals betroffen und nicht das gesamte Land.
Nein bitte nicht. Schaut erst welche Tour du geplant hast. Die meisten Touren sind offen.
Everest, Annapurna und Mustang sind komplett offen. Manaslu noch einige Tage abwarten (Stand 8. Sep. 26). Langtang ist über Dhunche möglich. Tamang Heritage Trail ist ist geschlossen.