Es ist Dezember und das Annapurna Base Camp liegt still und verlassen auf 4130 Metern.
Ich liege in einer langen warmen Unterhose, zwei Paar Socken dickem Fleecepulli, Mütze und Handschuhen in meinem Schlafsack. Draußen sind minus 15 Grad, es hat geschneit und mir ist einfach nur kalt, eisig kalt. Bijay und ich schieben unsere Betten in der Berglodge zusammen und verknüpfen unsere Schlafsäcke zu einem. So wird es ein wenig besser.
Du musst trinken, mahnte mich Bijay immer wieder unterwegs, auch wenn es kalt ist.
Doch was rein muss, muss wieder raus. Das ist eine Naturgewalt gegen die selbst Bergsteigerlegenden machtlos sind. Also heißt es immer wieder: Schlafsack auf, Stirnlampe an und ab in die kalte Nacht. Jedes Mal mit der leichten Panik im Hinterkopf, ob ich mein Zimmer in der Dunkelheit wiederfinde. Die Toiletten sind natürlich draußen Im Annapurna Gebiet. Aber in jener Nacht im Base Camp erlebte ich einen der schönsten Sternenhimmel, den ich jemals sah.
Nach gefühlt einer Stunde Schlaf, schlichen sich die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster, was bedeckt mit glitzernden Eisblumen war. Bijay und ich stürzten ins Freie, nicht ohne uns zuvor richtig einzumummeln.
Plötzlich stand ich in einer Welt von funkelnden weißem Schnee und einer einzigartigen Stille. Um mich herum Berge, von denen man meint, sie anfassen zu können. Annapurna I, Annapurna Süd, Annapurna III, Hinchuli und der heilige Machapuchare thronen um mich herum wie in einem Amphitheater.
Das Schönste daran? Wir sind fast allein. Vielleicht zehn weitere Touristen erlebten mit uns gemeinsam diesen magischen Moment. Keine Menschenmassen, kein Gedränge und keine Selfie Sticks.
Der Dezember ist am Annapurna Base Camp noch ein gut gehütetes Geheimnis. Der Trek gilt ohnehin als einer der einsteigerfreundlichsten in ganz Nepal. Während im Oktober und Frühjahr die Wege meist voller sind, gehören Euch im Winter die Berge ganz alleine. Die Luft ist kristallklar und die Berge so wunderschön.
Du musst jedoch für eins bereit sein: für eiskalte Nächte.
In diesem Artikel erfahrt Ihr alles über Temperaturen, Ausrüstung, Kosten und was uns im Dezember immer wieder hinzieht. Nebenbei erzählen wir noch einige Anekdoten, die wir selbst im Winter im ABC erlebt haben.
Alle Details zu unserer Annapurna Base Camp Tour findet Ihr hier.

Wie kalt wird es wirklich beim Annapurna Base Camp Trek im Dezember? Was gehört ins Gepäck? Warum sind wir immer wieder auf den späten November und Dezember fokussiert, wenn es um den Trek zum ABC geht?
Warum Ende November / Dezember für uns die beste Reisezeit zum ABC ist?
Wir haben uns damals bewusst dagegen entschieden September / Oktober zu starten und sind im Dezember zum ABC Trek gestartet. Es gab keine Menschenmassen, die Lodgen waren gemütlicher und familiärer. Die Luft wurde mit jedem Höhenmeter klarer und die Sicht auf die Berge phänomenaler. Aber, wir können nicht verschweigen, dass es kalt wird.
Wetter & Temperaturen im Dezember: wie kalt wird es wirklich im Annapurna Base Camp?
Das Wetter im Dezember im ABC ist klar und trocken, aber kalt. Hier ein kleiner Überblick der Temperaturen.
| Ort | Höhe | Tagsüber | Nachts |
|---|---|---|---|
| Chomrong | 2170m | ca. +8°C | ca. 0° C |
| Dovan | 2600m | ca. +5°C | ca. -3° C |
| Machapuchare BC | 3700m | ca. 0° C | ca. -8° C |
| Annapurna BC | 4130m | ca. -5° C | ca. -15° C |
Trekking in Nepal im Dezember bedeutet, Ihr habt die Berge für Euch fast allein. Ab Dheurali und spätestens am Machapuachre Base Camp kann Schnee liegen. Wie viel, ist jedes Jahr unterschiedlich.
🏔️ Annapurna Base Camp Trek mit uns
Der ABC Trek war für uns eines der schönsten Himalaya Erlebnisse. Wenn Ihr das auch so erleben wollt, wir planen Eure Tour individuell, mit erfahrenen lokalen Guides und ohne feste Termine.
Tourdetails & Preise →Und die Zimmer? Rechnet bitte nicht damit, dass es dort wesentlich wärmer ist. Wir hatten damals minus 5 Grad im Zimmer. In der Nebensaison haben oft nur eine Lodge geöffnet, aber die Besitzer haben fürsorglich die Schlüssel anderer Lodgen im Ort, falls sich doch mal mehr Gäste im Winter einfinden.
Abends saßen wir alle gemeinsam an einem großen Tisch im Dinner Room. Trekker aus aller Welt, Guides, Träger, alle bunt zusammengewürfelt zwischen nassen Socken, die zum Trocknen aufgegangen waren und schon leicht vor sich her muffelten. Unter dem Tisch sorgten kleine Elektrostrahler für warme Füße. Mit einem heißen Masala Tee in der Hand, war es eigentlich ganz gemütlich.
Wie schwer ist der Annapurna Base Camp Trek und ist er wirklich für Anfänger geeignet?
Ehrlich gesagt: technisch gesehen ist der Trek nicht anspruchsvoll. Hochtourenerfahrung braucht Ihr nicht. Er gilt als moderat und ist für Trekking Einsteiger gut geeignet, aber er verlangt Euch schon ein wenig ab. Eine kürzere Alternative im selben Gebiet ist der Mardi Himal Trek.
Eine solide Grundfitness und die Ausdauer mehrere Tage hintereinander zu laufen solltet Ihr haben. Wenn Ihr mit uns als private Gruppe unterwegs seid, können wir die Route je nach Wetterlage oder Befinden gemeinsam mit unserem Guide flexibel anpassen.

Ich sag’s Euch einfach, wie es ist, nicht mehr und nicht weniger.
Wie schwer es im Winter bei Schnee zum Annapurna Base Camp sein kann, sieht man sicher meinem Gesicht an. Das war auf dem Weg vom Machapuchare Base Camp (MPC) die letzten Meter zum ABC.
Ich bin kein Extremsportler, ich bin eine ganz normale Frau mit ein paar Kilo mehr auf den Rippen, die gern in Nepal wandert und sich die Höhe hin und wieder richtig hart erarbeiten muss. Ich habe allerdings einen entscheidenden Vorteil, denn ich habe einen Guide an meiner Seite, den ich vor paar Jahren geheiratet habe ;). Er weiß, wie viele qualifizierte Guides in Nepal genau, was sein Gast schafft und wo er etwas Motivation braucht.
Trotzdem gibt es immer wieder Momente, an denen ich mich frage, was zum Teufel ich da eigentlich mache? Es gibt bequemere Trips weltweit. Ich will sagen: du brauchst Ausdauer und den Willen dich auch mal zu quälen.
Die ersten Tage sind schweißtreibend, auch wenn ich immer wieder von Kälte im Dezember schrieb. Aber Ihr startet unten bei etwa 1000 Höhenmeter in Nayapul. Was dann kommt sind Treppen, gefühlt tausende von Natursteintreppen, mal hoch, mal runter und dann wieder hoch. Ich habe sie verflucht – laut und ausgiebig.
Vor allem den Aufstieg nach Chomrong, der ewig kein Ende nehmen wolle. Bijay hat übrigens eine ausgeprägte Vorliebe dafür, immer die Lodge am Ende des Ortes zu nehmen. „dann wirds morgen früh einfacher“ meint er immer.
In Chomrong bedeutet das, was ich am Abend hochgekrochen bin, ging es morgens wieder runter. So viel zu Bijays Theorie. Weiter gehts über den Fluss und danach wieder hoch bis Sinuwa Danda. Ab hier gehts immer rauf, keine Treppen, aber dafür viele Höhenmeter.
Hinter Dheurali kam der Schnee, über ein Meter doch. Ein schmaler Pfad, gespurt von den Einheimischen. Brenzlig wurde es bei Gegenverkehr, denn nur einen winzigen Schritt zur Seite und schon war man bis zur Hüfte im Schnee verschwunden.

Was am Ende entscheidet, ist nicht nur die Fitness. Es ist Eure Ausdauer, Euer Wille den Trek in Ruhe anzugehen. Vor allem wenn es um die Höhenakklimatisation angeht. Wer das beherzigt wird belohnt.
Die Höhenkrankheit und wie gehe ich damit um?
Meine magische Höhengrenze sind die 4000m, dann melden sich bei mir Symptome der Höhenkrankheit, meist mit leichten Kopfschmerzen, egal wie gut ich mich vorbereitet habe und egal wie langsam ich gelaufen bin. Verständlicherweise ist die Höhenkrankheit das Thema, was die meisten Trekker auf dem ABC und bei den anderen Nepal Touren beschäftigt.
Ich habe gelernt damit umzugehen und zu respektieren das es bei mir so ist. Medikamente nehme ich keine, mit einer Ausnahme, wenn ich weiss, dass es den nächsten Tag wieder abwärts geht, dann nehme ich mal eine IBU gegen Kopfschmerzen.
Zur vorbeugenden Einnahme von Höhenmedikamenten, wie Diamox haben wir eine klare persönliche Meinung, auch wenn wir keine Mediziner sind und das hier ausdrücklich nur unsere eigene Erfahrung ist.
Wer sich von Anfang an mit Medikamenten über seine Grenzen hinaustreibt, spielt ein riskantes Spiel. Die Mittel unterdrücken die Symptome, sie lösen das Problem nicht! Dein Körper signalisiert Dir, dass er eine Pause braucht. Die Medikamente schalten dieses Signal einfach stumm und Ihr merkt vielleicht zu spät, dass Ihr über Eure Grenzen gegangen seid.
Wie die Höhe jeden Menschen beeinflusst ist so individuell, wie die Menschen selbst.
Es gibt Leute, die das ABC ohne einen einzigen Kopfschmerz oder andere Symptome erreichen und es gibt andere die schon bei 3000m kämpfen.
Was mir wirklich gegen die Höhenkrankheit hilft nach allem, was ich gesehen und erlebt habe?
Viel, viel trinken und Flüssigkeit zu Euch nehmen. Mit kontinuierlichen, langsamen Tempo laufen. Pistari, pistari, wie man in der nepalesischen Bergwelt sagt, sind wohl die ersten nepalesischen Worte, die Ihr auf dem Trek lernt. Hört auf Eurem Körper, nicht auf den Ehrgeiz, nicht auf die Gruppe oder den inneren Schweinehund, der meint ich noch etwas weiterzugehen. Euer Körper weiss was er braucht, Ihr müsst ihm nur zuhören.
👉 Mehr über die Symptome und den Umgang mit der Höhenkrankheit haben wir in unserem Artikel über das Everest Base Camp geschrieben.

Brauche ich einen Trekking Guide auf dem ABC Trek in Nepal?
Seit 2023 ist ein lizensierter Trekking Guide für das Annapurna Circuit verpflichtend. Ehrlich gesagt, wird das in der Praxis nicht kontrolliert, niemand interessiert es und niemand wird dran gehindert einfach loszuziehen.
Aber mal abgesehen davon: Ich habe leicht reden, dass weiß ich. Ich habe einen ehemaligen Trekking Guide geheiratet und bin natürlich von Anfang an mit ihm unterwegs gewesen. Trotzdem und vielleicht gerade deshalb kann ich sagen, in all den Jahren habe ich viele Guides kennengelernt und fast ausnahmslos sind alle gut in ihrem Job.
Die Jungs sind nicht nur da, um Euch den Weg zu zeigen, sondern mit Euch gemeinsam zu reisen. Sie zeigen Euch das Land – das Schöne, das Raue und das Echte Nepal. Sie passen auf Euch auf, ohne das Ihr das merkt. Ein guter Guide erkennt Höhenprobleme, bevor Ihr selbst ahnt das etwas nicht stimmt.
Ich habe einiges erlebt auf meinen Trekkingtouren. Leute, die allein unterwegs waren und am Hang abgerutscht sind. Andere, die eine Brücke nicht fanden oder nach einem Erdrutsch hilflos am anderen Ufer standen.
Was ich dabei beobachtet habe: kein Nepalese lässt Euch hilflos alleinstehen. Sie riskieren ihr eigenes Leben, nur um Euch zu helfen.
Und wisst Ihr, wir haben Gäste die noch nach Jahren mit ihrem Guide in Kontakt stehen. Die sie nach Österreich oder Deutschland eingeladen haben. Aus einem Trek wurde eine Freundschaft. Das passiert öfter, als Ihr denkt.
Wer dennoch lieber allein unterwegs sein möchte, dann sucht Euch zumindest bei schwierigeren Abschnitten, wie Bergpässen, Mitstreiter. In Nepal findet sich fast immer jemand, der denselben Trek plant und ebenfalls solo unterwegs ist.
Oder Ihr fragt uns einfach nach Eurer Tour mit Guide 😉

Kosten & Preise auf dem ABC Trek: was kommt neben dem Paketpreis noch dazu?
Kurz gesagt, ein bisschen kommt immer noch dazu.
Heiße Dusche, WLAN, Handy aufladen wird in den meisten Lodgen extra berechnet. Dazu kommen Softdrinks, heißes und kaltes Wasser, Snacks. Beachtet, je höher Ihr kommt, desto tiefer müsst Ihr in die Tasche greifen. Das Annapurna Gebiet ist gegenüber dem Everest Gebiete noch moderat, aber eine einfache Nudelsuppe kostet oben am Annapurna Base Camp deutlich mehr als unten im Tal.
Ab Sinuwa Danda sind Plastikflaschen übrigens nicht mehr erlaubt. Stattdessen gibt es in jeder Lodge gekochtes und gefiltertes Wasser zu kaufen. Wir finden das richtig gut so. Packt also unbedingt eine Trinkflasche für Heiß- und Kaltgetränke ein. Rechnet pro Tag für etwa 10 Euro für diese Extras. (2026)
Hier habt ihr ein paar aktuelle Preise auf dem ABC:
| Art | Unteres Tal bis 2500m | Mittlers Tal bis 3500m | ABC & MBC |
|---|---|---|---|
| Zimmer | 300 – 500 NPR | 500 – 800 NPR | 800 – 1000 NPR |
| Dal Bhaat veg. | 400 – 600 NPR | 600 – 800 NPR | 800 – 1200 NPR |
| Nudelsuppe | 300 – 400 NPR | 400 – 500 NPR | 500 – 700 NPR |
| Fried Rice veg. | 400 – 500 NPR | 500 – 600 NPR | 600 – 800 NPR |
| Chapati | 200 – 300 NPR | 300 – 400 NPR | 400 – 500 NPR |
| Momo veg | 500 – 600 NPR | 600 – 800 NPR | 800 – 1200 NPR |
| Tee /Kaffee – 1 cup | 150 – 200 NPR | 200 – 250 NPR | 250 – 350 NPR |
| Gekochtes Wasser 1L | 200 – 400 NPR | 400 – 600 NPR | 600 – 1000 NPR |
| Hot Shower | 100 – 200 NPR | 200 – 300 NPR | 300 – 500 NPR |
| WLAN | 200 – 300 NPR | 300 – 400 NPR | 400 – 500 NPR |
| Akku laden | 100 NPR | 200 NPR | 200 – 300 NPR |
Aktuell ist der Umrechnungskurs: 1 Euro = 170 NPR (Stand September 2026)
Nennt uns Euern Wunschzeitraum und Gruppengröße, wir rechnen Euch ein ein persönliches, unverbindliches Angebot innerhalb von 24 Stunden ohne versteckte Kosten aus. 👉 Angebot anfragen
Noch etwas solltet Ihr wissen. Die meisten Lodgen haben ihre eigenen Regeln. Wenn Ihr dort schlaft, dann esst auch dort. Ansonsten kann es vorkommen, dass Ihr die doppelte Zimmergebühr zahlen müsst.
Thema hot Shower: ich weiß wie es ist, man hat geschwitzt, die Haare kleben und alles, was man sich wünscht ist eine schöne heisse Dusche abends in der Lodge. Und mal ehrlich wir Frauen wollen doch auch auf Bildern gut aussehen?
Mein ehrlicher Rat aus vielen Trekkintouren: lasst es.
Erstens sind die versprochenen hot Showers oft alles andere als hot, sondern eher lauwarm. Stellt Euch vor alle Gäste der Lodge wollen abends duschen. Die Lodgebesitzer müssten ausschließlich Wasser zum duschen kochen, aber das Abendessen muss ja auch irgendwie auf den Tisch.
Zum anderen, frisch geduscht, nasse Haare und draussen wird es kälter, vor allem im Dezember. Eine Erkältung habt Ihr Euch damit schnell geholt. Ein paar Tage ohne Dusche funktioniert. Kaum einer duscht da oben und keiner muffelt vor sich hin. Versprochen 🙂
Wie sind die Teahouse Lodgen auf dem Annapurna Base Camp Trek?

Gibt es überall warme Duschen? Gibt es WLAN? Kann ich ein Einzelzimmer bekommen? Wie ist das Essen unterwegs? Muss ich einen Schlafsack mitnehmen? Und gibt es Schnee am Annapurna Base Camp?
Fragen über Fragen. Wir beantworten alle.
WLAN bekommt Ihr nahezu überall. Die meisten Lodgen geben gegen Bezahlung den WLAN Code. Bei Schlechtwetter kann der Empfang ausfallen. Dann nutzt Euch auch ein mobiles Datenvolumen Paket mit einer nepalesischen SIM nichts. Für solche Momente hilft noch das gute alte Buch. Das würde ich beim Trekking immer dabei haben.
Einzelzimmer sind in der Regel möglich. Sollte jedoch in der Hauptsaison die Lodgen belegt sein, muss solidarisch auch mal zusammengerückt werden. Gerade bei Wettereinbrüchen und keiner weitergehen kann passiert das schon mal. Normal gibt es nur Zweibett Zimmer und keine Schlafsäle. Ich habe es in den ganzen Jahren einmal erlebt, dass sogar im Dinner Room geschlafen werden musste. Ehrlich gesagt, war das etwas ganz besonders. Die vielen Gespräche untereinander, fast die ganze Nacht, mit Trekkern aus der ganzen Welt, die man sonst nie getroffen hätte.
Ab Bamboo dürfen Lodgen aus Naturschutzgründen nicht mehr als 6 Zimmer haben. Das macht die Region besonders, kann aber in der Hauptreisezeit manchmal knapp werden.
Das Essen ist ausgesprochen lecker. Es wird alles frisch gekocht und es gibt eine erstaunlich große Vielfalt. Dal Bhaat, Momo, Pizza, Nudeln, Bratkartoffeln mit Ei, Fried Reis, Chowmain…die Liste ist lang.
Was wir nicht empfehlen, ist Fleisch auf dem Trek. Zum einen sind ab Chomrong Tierschlachtungen aus religiösen Gründen verboten und zum anderen kann Fleisch unterwegs nicht gekühlt werden und ist der Sonne unterwegs ausgesetzt. Das könnte böse für Euren Magen enden. Genießt das leckere Steak lieber wieder in Pokhara oder Kathmandu.
Einen Schlafsack solltet Ihr unbedingt mitnehmen, auch wenn man in den meisten Lodgen eine Zusatzdecke bekommen kann. Aus hygienischen Gründen würde ich einen eigenen Schlafsack immer vorziehen. Nutzt einen im Komfortbereich mit mindestens minus 15 Grad. Nicht nur im Dezember, sondern auch zu anderen Saisonzeiten, wie Frühjahr und Oktober/ November.
Schnee kann es immer geben, egal zu welcher Zeit Ihr unterwegs seid. Die Wahrscheinlichkeit liegt im Winter zwar höher, aber überraschen können Euch die weißen Schneeflocken immer.

Lawinengefahr auf dem ABC Trek im Winter – was Ihr wissen solltet
Es gibt einen Abschnitt beim ABC Trek, den man besonders im Auge behalten sollte. Von Dheurali zum Machapuchare Base Camp besteht, vor allem im Winter nach ergiebigen Schneefällen und wenn wegen Sonne die Schneeschmelze eintritt, erhöhtes Risiko von Lawinengefahr.
Bijay erzählte mir zuvor von der Stelle, die wirklich gefährlich werden kann. Zwei kleine Punkte, an denen man abgehende Lawinen von der Annapurna hören und sehen kann. Dann rennen, sagte er. Nicht stehen bleiben und das Hany zücken, sondern so schnell wie möglich wegkommen.
Deshalb checkt immer die aktuellen Bedingungen. Die Lodgebesitzer unterwegs und Guides sind die beste Informationsquelle. Lasst Euch nicht vom Ehrgeiz treiben. Unsere Guides kennen die Route. Sie entscheiden vor Ort, ob der Weg sicher ist oder man lieber eine Alternativroute oberhalb von Dheurali wählt. Das Annapurna Base Camp läuft nicht weg und die Sicherheit der Gäste und der Teams gehen immer vor.

Unvergessliche Begegnungen mit Einheimischen auf dem Trek
Es gibt Momente auf dem Trek, die stehen in keinem Reiseführer und die vergisst man nicht.
Ich erinner mich noch genau, wie ich damals dachte: ich bin fehl am Platz. Wir liefen durch ein kleines Dorf in Richtung Chomrong, als wir eine Menschenmenge sahen. Jemand war gestorben und die gesamte Dorfgemeinschaft hatte sich versammelt. Nachbarn, Familie, Freunde und sogar die Dorfpolizei standen im Kreis, in deren Mitte ein Stuhl mit der Kleidung des Verstorbenen stand. Die Familie tanzte rings herum und etwas daneben saßen andere Familienmitglieder, die Spenden entgegennahmen. Jede Summe wurde akribisch, unter Nennung des Namens, aufgeschrieben.
Wir mussten dort entlang, aber man möchte nicht stören und einfach in dem Moment unsichtbar sein. Dann sah uns eine Frau und sie lief schnell weg. Ich weiß noch wie ich dachte: wir sind ihr sicher unangenehm. Aber sie kam zurück mit zwei Stühlen, zwei Teller Essen und Tee.
Mitten in einer Beerdigung.

Sie bat uns Platz zu nehmen, mit ihnen zu essen und dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. Und sie bat uns ernsthaft Fotos zu machen. Damit wusste ich damals noch nicht umzugehen, heute kenne ich die Bräuche hier. Für Bijay war es normal, Gäste werden willkommen geheissen, egal wann und egal unter welchen Umständen.
Als wir gehen wollten, stellte wir uns still in die Reihe der Geldgeber und auch unserer Namen wurden in das Buch eingetragen. Der Sohn des Verstorben schaute mich dabei an und sagte: bitte notieren sie doch noch ihr Land.
Ich habe lange gebraucht das richtig zu verstehen.
Auf dem Weg hochwärts nach Bamboo mit 10 Kg auf dem Rücken, kam ein alter Mann hinter mir her. Beladen mit einer endlosen Last von ninimum 100 Kg, Flip – Flops am Fuss und Zigarettchen im Mund.
„Den pack ich, den hänge ich ab“, dachte ich frohlockend auch mal etwas „schneller“ zu sein, als eine Schnecke. Ich hatte den Gedanken noch nicht zu Ende gedacht und schon war er an mir vorbei. Lächelnd Namaste sagend und mit einem Grinsen im Gesicht, was sagte: immer langsam kleine Touristin.
Wir verfolgen uns fast den ganzen Tag. Und jedes Mal, wenn ich dachte ich habe ihn abgehängt, kam er um die nächste Kurve, ganz mühelos, als wären die Berge sein Wohnzimmer. Ich mit meinen teuren Wanderschuhen und Trekkingstöcken und er in Badeschlappen ist schneller als ich je sein werde. Irgendwann habe ich aufgehört zu versuchen mitzuhalten.

Das ist Nepal
Es sind nicht die Berge allein, sondern die Begegnungen mit den Einheimischen. Man kann Nepal bereisen oder man kann es erleben.
Wer mehr von der Annapurna Region sehen möchte, ist bei der Annapurna Runde genau richtig.
Habt Ihr Lust auf dieses Nepal?
Nepal kann man bereisen oder man kann es erleben. Wir zeigen Euch den Unterschied mit einem Guide, der das Land kennt und Menschen die Euch Willkommen heißen, egal wann und wo. Habt Ihr Fragen zur Route, dem Wetter oder der Ausrüstung?
Schreibt uns, wir antworten persönlich →Packliste ABC Trek im Dezember – Was Ihr wirklich braucht
Eins habe ich während meinen vielen Trekkingtouren gelernt: für einen Trek in Nepal braucht man meistens weniger, als man denkt. Gerade beim Annapurna Base Camp Trek und dazu im Winter verändern sich das Wetter und die Temperaturen unterwegs immer wieder. Unten kann es angenehm warm oder heiss sein während es oben im Base Camp oder schon ab Dheurali kalt ist.
Deshalb packe ich lieber mehrere Schichten Kleidung ein, die ich miteinander kombinieren kann.
- 2 – 3 Trekkinghosen, eine zum abtzippen, eine dickere
- leichte Shirts und ein langärmliges Shirt
- Fleece Pullover
- Daunenjacke
- Regenkleidung
- warme Mütze und Handschuhe
- gute Wandersocken
- kleines schnelltrocknendes Handtuch
- Buch, kleines Spiel für abends in der Lodge
Bei den Trekkingschuhen würde ich nicht sparen. Die sollten gut eingelaufen sein und bequem sitzen. Ein leichtes zweites Paar für die Lodge (was Ihr auch zum Duschen nutzen könnt), genügt völlig.
Was Ihr hingegen zu Hause lassen könnt sind: die Hälfte Eurer Kleidung, denn Ihr werdet fast immer wieder das gleiche anziehen. Riesige Kosmetik – Shampoo Flaschen, es gibt kleine Silikon Flaschen, die sind leicht und Ihr könnt sie immer wieder verwenden. Den Fön könnt Ihr getrost weglassen.
In den Tagesrucksack, den Ihr selbst tragt, gehören für mich immer:
- Trinkflasche
- Sonnenbrille & Sonnencreme, Lippencreme mit Sonnenschutz
- Stirnlampe
- kleine persönliche Reiseapotheke, Blasenpflaster, persönliche Medikamente
- Powerbank, kleines Solarpaneel für den Rucksack
- Taschentücher, Toilettenpapier
- Energie Riegel
- Trekkingstöcke
- Handy und Kamera
Ein guter gepackter Rucksack ist nicht der, in dem alles drin ist, sondern der in dem alles drin ist was man braucht.
Ihr könnt übrigens alles, was Ihr auch dem Trek nicht braucht im gebuchten Hotel in Kathmandu oder Pokhara kostenlos deponieren.

ABC Permits & TIMS CARD – welche Genehmigungen braucht Ihr?
Aktuell (2026) braucht Ihr zwei Genehmigungen.
Das ACAP – Annapurna Conservation Area Permit – Das ist der Eintritt in das Annapurna Schutzgebiet. Ohne das kommt Ihr nicht in die Region und es wird an jedem Checkpoint kontrolliert.
Kosten aktuell 2026: 3000 NPR – etwa 18 €
TIMS Card – Trekker’s Information Management System – das ist eine Registrierung für Trekker, die als Sicherheit dienen soll, wo Ihr bei einem Notfall seid.
Aktuell (2026): 3000 NPR – etwa 18 €
Das ACAP könnt Ihr mittlerweile online beantragen beim NTB und bezahlen. Bei Onlinezahlungen braucht Ihr ein Foto.
Was Ihr sonst noch zur Einreise und Visum für Nepal wissen müsst, haben wir zusammengefasst.
Anreise & Rückreise – Praktische Infos
🏔️ Die Anreise nach Nepal und Startpunkt des ABC Treks
Von Europa gibt es keine Direktflüge und die meisten fliegen über die Drehkreuze Doha, Dubai, Istanbul und Delhi. Wann Ihr buchen solltet, welche Airlines empfehlenswert sind und wie Ihr am günstigsten nach Nepal kommt, haben wir in einem ausführlichen Artikel zusammengefasst.
👉 Flüge nach Nepal günstig buchen
Von Kathmandu nach Pokhara kommt Ihr per Flieger, Bus oder Auto. Flieger dauert etwa 25 Minuten, Bus und Auto je nach Verkehr 6 – 9 Stunden inklusive Pausen. Wenn Ihr Zeit habt, nehmt den Bus und Ihr bekommt viel mehr von der Landschaft und dem Leben der Nepalesen unterwegs mit.
Pokhara (etwa 900m hoch), ist Ausgangspunkt aller Annapurna Touren. Von hier fahrt Ihr morgens mit dem Taxi nach Nayapul oder je nachdem wo Ihr Euern Trek startet.
🏔️ Eure Rückreise
Nach dem Trek kommt Ihr wieder nach Pokhara. Ihr seid erschöpft, glücklich und habt Tausende Fotos auf dem Handy. Aber Ihr könnt jetzt erste eimal den „Luxus“, von einer wirklich heissen Dusche genießen und wer Fleisch mag, kann endlich wieder zuschlagen.
Gönnt Euch mindesten einen Tag Pokhara. Die Stadt liegt direkt am Fewa See. Ihr bekommt zum Abschluss Eurer Tour gratis ein tolles Schauspiel geboten. Die Silhouetten von Annapurna und Machapuchare spiegeln sich auf der Wasseroberfläche des Fewa Lakes. Außerdem kann es heftig werden, gleich wieder nach Kathmandu zu kommen. Erst mal ruhig das Stadtleben angehen lassen, nach den stillen Tagen in den Bergen.
Von Pokhara aus könnt Ihr wieder zurückfliegen oder mit dem Bus fahren.
Ein Tipp aus eigener Erfahrung: Plant mindestens einen Tag in Kathmandu ein. Nicht nur wegen möglicher Flug – oder Bus Verspätungen, sondern weil es schade wäre Kathmandu aus nur vom Flugzeug oder Busfenster aus zu sehen. Die Stadt hat so viel spannendes und abenteuerliches, was Ihr entdecken könnt.
Häufige Fragen über den Annapurna Base Camp Trek
Der Trek ist anspruchsvoll, aber ohne Klettererfahrung machbar. Es gibt keine Gletscherüberquerung und keinen Pass. Ihr solltet in der Lage sein jeden Tag 5 – 7 Stunden zu laufen, bergab und bergauf. Normale Fitness und Ausdauer ist genügend. Herausforderungen sind die langen Natursteintreppen Abschnitte.
Der klassische Annapurna Base Camp Trek dauert etwa 7 – 12 Tage ab Pokhara. Es kommt darauf an welche Route man wählt. Wir empfehlen lieber einen Tag mehr einzubauen, anstatt zu hetzen.
Trekking in Nepal im Dezember, ist besonders für alle die Ruhe und klare Sicht suchen, eine der besten Optionen. Später November und Dezember sind traumhaft. März April sind ebenfalls wunderschön, wenn die Rhododendren blühen. Juni bis September würde ich meiden wegen des Monsuns.
Einen ausführlichen Überblick dazu, findet Ihr in unserem Artikel über Reisezeiten in Nepal.
Technisch gesehen – nein, praktisch gedacht – ja. Nicht weil Ihr die Route nicht findet, sondern weil Ihr ohne Guide vieles verpasst. Die Geschichte hinter dem Trekking und die Bräuche der Gurung.
Bei 2 Teilnehmern ab 1530€. Inklusive sind Guides, Permits, Transport, Träger, Vollverpflegung und ÜN in den Bergen, ÜN in Kathmandu & Pokhara. Alles andere hängt ansonsten von mehreren Faktoren ab: Gruppengröße, Dauer und Gesamtpaket. Wir erstellen Euch gern ein individuelles unverbindliches Angebot.
Das Annapurna Base Camp liegt auf 4130m. Das Machapuchare Base Camp (MBC) davor, liegt auf 3700m.
Ja, für den ABC Trek braucht Ihr das ACAP Permit und eine TIMS Card. Aktuell 2026 kosten beide je 3000NPR (etwa 18€). Wir kümmern uns um beides.
In landestypischen Teehäusern (Lodgen) mit Doppelzimmern. Eine warme Dusche und WIFI sind meist gegen Aufpreis möglich. Preise steigen, je höher man kommt.
Ab 3000m solltet Ihr pro Tag nicht mehr als 500 Höhenmeter aufsteigen und täglich 3 – 4 Liter trinken. Bei starken Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel, steigt ab.

Ich werde oft gefragt, warum ich in Nepal geblieben bin? Natürlich wegen Bijay, aber danach kommen gleich das Land und die Berge. Und welcher Trek der schönste war, da muss ich nicht lange überlegen.
Dafür gibt es spontan und klar eine ehrliche Antwort: der Annapurna Base Camp Trek war mein schönstes Himalaya Erlebnis. Ich war mit Bijay im Dezember unterwegs. Und auch wenn unsere ersten drei Trekkingtage ununterbrochen im Regen stattfanden, wurde daraus ein Traum.
Ihr habt Fragen zur Tour?
Wenn Ihr zum ersten Mal nach Nepal reist, dann könnte unserer Artikel „Nepal das erste Mal“ sehr hilfreich sein.